Bayerischer Staatswald soll “Klimaspeicher” werden

Der bayerische Staatswald soll zum “Klimaspeicher” umgebaut werden. Ministerpräsident Markus Söder hat auch angekündigt, dass mehr Bäume gepflanzt werden sollen. Für Privatwälder soll es ebenfalls mehr Mittel geben.

Der bayerische Staatswald soll künftig nicht mehr gewinnorientiert bewirtschaftet, sondern zum “Klimaspeicher” umgebaut werden. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Mittwoch. Söder zufolge geht es um eine “moralische Herausforderung zur Bewahrung der Schöpfung”, Klimaschutz müsse unabhängig von der konjunkturellen Lage gestaltet werden. Er verwies auch darauf, dass Strafzahlungen drohen, sollte Deutschland seine Klima-Ziele nicht einhalten.

Seit 2005 ist das Unternehmen Bayerische Staatsforsten (BaySF) mit Sitz in Regensburg für die Bewirtschaftung des bayerischen Staatswalds zuständig. Dieser umfasst insgesamt 808.000 Hektar – das sind 11,4 Prozent der Landesfläche. Im Jahr 2018 erwirtschaftete die BaySF laut eigenen Angaben einen Jahresüberschuss von 20,2 Millionen Euro.

30 Millionen Bäume bis 2024

Künftig soll der Wald in Bayern laut Söder durch zusätzliche Neupflanzungen von Bäumen als “Klimaspeicher” gestärkt werden. Zusätzliche Forschung soll zudem sicherstellen, dass Bäume gepflanzt werden, die dem Klimawandel standhalten. Insgesamt sollen in den nächsten fünf Jahren 30 Millionen Bäume neu gepflanzt werden – das sind fünf Millionen Bäume mehr als bisher geplant. Dem Haushalt entgehen dadurch 10 bis 30 Millionen Euro jährlich.

Auch für Privatwälder stellte Söder mehr Mittel für den Waldumbau in Aussicht. Im September werde die zuständige Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) ein Konzept dazu vorlegen. Zeitgleich will die Staatsregierung im Herbst ein Klimaschutzgesetz in den Landtag einbringen.

Hartmann: Forstwirtschaft war lange “grundfalsch”

Die Idee für ein Umsteuern beim Staatswald ist nicht ganz neu, schreibt das “Landwirtschaftliche Wochenblatt” in seiner nächsten Ausgabe. Demnach ist der Erhalt der biologischen Vielfalt im Staatswald als vorrangiges Ziel bereits im erfolgreichen Volksbegehren “Rettet die Bienen” verankert. Der Landtag wird das zugehörige Gesetz kommende Woche abschließend beraten.

Für die Grünen im Landtag kommt der angekündigte Kurswechsel in der Forstpolitik ziemlich spät. Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann erklärte am Mittwoch: “Es war grundfalsch, über Jahrzehnte eine gewinnorientierte Forstwirtschaft zu betreiben und den dringend notwendigen Waldumbau hierüber zu vernachlässigen.” Es brauche endlich wirksamen Klimaschutz in Bayern, Deutschland und Europa.

Söder weiter gegen CO2-Steuer

Auf nationaler Ebene dreht sich die Klima-Debatte derzeit vor allem um eine CO2-Steuer. Ein Modell, wie die Grünen es fordern, lehnt Ministerpräsident Söder nach wie vor ab. Er kann sich allerdings eine “Klimasteuerreform” vorstellen. Dabei würden Autofahrer entlastet, deren Autos weniger CO2 ausstoßen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze von der SPD wiederum hatte kürzlich eine CO2-Steuer mit “Klimaprämie” vorgeschlagen.

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