Verkehrsprobleme: Oberpfälzer Unternehmer beklagen Mehrkosten

Viele Unternehmer klagen über Mehrkosten wegen des hohen Verkehrsaufkommens im Großraum Regensburg. Das hat eine Umfrage der IHK und Handwerkskammer bei 1.000 Unternehmern gezeigt. Nur jeder vierte Unternehmer glaubt demnach an eine Verbesserung.

Für viele Unternehmer im Großraum Regensburg führt das hohe Verkehrsaufkommen in der Region zu Mehrkosten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von der Industrie- und Handelskammer Regensburg für Oberpfalz/Kelheim sowie der Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz bei 1.000 Unternehmen.

Unternehmer: Verkehrsaufkommen “großes oder sehr großes Problem”

Verzögerungen im Betriebsablauf gehören laut der Umfrage für 59 Prozent der Unternehmen zum Arbeitsalltag. Fast die Hälfte der Befragten müsse längere Fahrzeiten einplanen. 42 Prozent sehen die Verkehrssituation laut Umfrage deshalb als “großes oder sehr großes Problem für den eigenen Betrieb”. 63 Prozent bewerten die Situation insgesamt “als großes oder sehr großes Problem”. Laut der Industrie- und Handelskammer fürchten viele Betriebe den Verlust von Arbeitskräften, die Region Regensburg könnte gemieden werden.

Nur jeder Vierte glaubt an Verbesserung

An eine Verbesserung der Situation glaubt laut Umfrage nur jeder Vierte. Mobilität sei aber entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung des Großraums Regensburg, sagen die beiden Kammer-Präsidenten Michael Matt und Georg Haber. Mobilität müsse “Chefsache” werden. Außerdem müssten genug Mittel zur Umsetzung von Projekten bereitgestellt werden. Zur Verbesserung der Situation brauche es Schnittstellen zwischen den Verkehrsmitteln. Viele der befragten Unternehmen hätten sich für den Ausbau von Park and Ride Anlagen ausgesprochen. Die Idee, dass Züge die umliegenden Städte und Gemeinden in einem 30-Minuten-Takt anfahren, sei von den Befragten ebenfalls hoch bewertet worden.

Wirtschaftsvertreter stellten die Umfrage in Regensburg vor

© Burdack

Wirtschaftsvertreter stellten die Umfrage vor: u.a. IHK-Präsident Michael Matt (2.v.l.) und Handwerkskammer-Präsident Georg Haber (4.v.l.)

Parkplatz-Not in Regensburg

Um die Erreichbarkeit der Stadt Regensburg sicherzustellen, müssten außerdem ausreichende Parkmöglichkeiten geschaffen werden. Ansonsten ginge Kaufkraft verloren. Insgesamt müssten die Verbesserungen zügig angegangen werden, heißt es von der IHK. Stadt und Landkreis müssten sich bei den Maßnahmen abstimmen.

FDP-Politiker lobt IHK-Umfrage

In einer ersten Reaktion nannte FDP-Politiker Tobias Gotthardt die Mobilitätsstudie der IHK ein “wichtiges Plädoyer für verkehrsplanerischen Mut und grenzübergreifendes Denken in der Region.” Regensburg alleine könne die Probleme nicht lösen. 70.000 Pendler gebe es täglich. Ziel müsse sein, den Öffentlichen Personennahverkehr zu stärken und den “motorisierten Individualverkehr” zu vermeiden. Der tägliche Stau dürfe nicht “Bremslock unserer wirtschaftlichen Entwicklung sein”, so Gotthardt wörtlich.

Bundestagsmitglied Peter Aumer (CSU) fordert ein “Mobilitätsbeschleunigungsprogramm”. Damit solle die Digitalisierung der Verkehrsträger und der Ausbau des ÖPNV, des Schienennahverkehrs und alternativer Mobilitätsformen vorangetrieben werden.

https://www.br.de/nachrichten/bayern/verkehrsprobleme-oberpfaelzer-unternehmer-beklagen-mehrkosten,RctVYWF

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